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Würzburg – ein Himmel öffnet sich

Leben Sie in Würzburg? Oder haben Sie die prachtvolle Residenz des Fürstbischofs Carl Philipp von Greiffenclau bereits besucht? Sind Sie die breite Treppe hinaufgeschritten – Stufe für Stufe – und haben plötzlich den Atem angehalten?

Fürstbischofs Carl Philipp von Greiffenclau

Fürstbischofs Carl Philipp von Greiffenclau

Über Ihnen öffnet sich ein Himmel. 600 Quadratmeter gemalte Illusion. Das größte zusammenhängende Deckenfresko der Welt. Geschaffen wurde dieses Meisterwerk von dem venezianischen Genie Giovanni Battista Tiepolo. Mit der Allegorie der vier Erdteile feierte er nicht nur Europa, Asien, Afrika und Amerika – sondern auch die Macht und den Anspruch seines Auftraggebers.

das Deckenfresko im Treppenhaus

das Deckenfresko im Treppenhaus

Die Kontinente erscheinen als stolze Frauenfiguren, begleitet von exotischen Tieren, fremden Gewändern, Sinnbildern ihrer Kulturen. Und am Rand, beinahe triumphierend: Europa. Dort steht auch der Fürstbischof selbst – als kunstsinniger Herrscher über eine Welt im Gleichgewicht.

Tiepolo – Der Meister aus Venedig

Als Tiepolo 1750 nach Würzburg kam, war er 50 Jahre alt und auf dem Höhepunkt seines Ruhmes. Er hatte bereits für bedeutende Familien wie die Archinto und Clerici in Mailand sowie für die venezianische Familie Labia gearbeitet. Sein Name war europaweit gefragt.

Doch was wir heute als vollendete Leichtigkeit bewundern, war das Ergebnis unzähliger Skizzen, Entwürfe, Zweifel – und vielleicht auch geheimer Botschaften.

Denn hinter diesem Himmel verbirgt sich mehr.

Ein historischer Krimi: Tiepolos Geheimnis

Der Roman Tiepolos Geheimnis von Jo Kilian führt uns mitten in die Entstehungszeit dieses Freskos.

Tiepolos Geheimnis, Jo Kilian

Tiepolos Geheimnis, Jo Kilian

1751. Karneval in der Residenz. Masken, Kerzenschein, rauschende Feste, opulente Bankette mit achtzehn Gängen und Körben voller Konfekt. Aufgeführt wird La serva padrona“.

Durch die Augen vom 14-jährigen Lorenzo, Tiepolos jüngstem Sohn, erleben wir diese Welt. Er bewundert seinen Vater grenzenlos: „Er wird etwas nie Dagewesenes schaffen.“

An seiner Seite steht Angelo, sein kluger schwarzer Diener – Freund, Beschützer, Schatten. Während Domenico, der ältere Bruder, eifersüchtig in der Werkstatt arbeitet, beobachtet Lorenzo die Geheimnisse des Hofes.

Und dann taucht er auf. Der Narr und der Drache

Draco – der Hofnarr

In grün-weiß gestreiftem Gewand, mit Schellen an Ärmeln und Gürtel, das Gesicht hinter einer Maske, die zugleich lacht und weint. Er sagt Wahrheiten, die niemand hören will. Er verspottet Adelige. Und dennoch wird er nicht bestraft.

Lorenzo erkennt: Zwischen seinem Vater und dem Narren entsteht eine seltsame Freundschaft. Domenico ist neidisch. Auch der Stuckateur Antonio Bossi scheint Draco nahestehen.

Und dann bemerkt Lorenzo etwas Beunruhigendes.

Auf der Fahne der amerikanischen Königin erscheint plötzlich ein Drache. War er vorher schon da? Oder hat sein Vater das Fresko verändert?

Im weißen Saal entdeckt Lorenzo kleine Drachen im verspielten Stuckdekor. Zufall? Oder Zeichen?

Er schlägt im „Iconologia“ von Ripa nach – dem Nachschlagewerk aller Künstler. Der Drache steht für Macht, für Gefahr, für Hüter verborgener Schätze.

Was verbirgt sich hier?

Die rätselhafte Schrift

Vor Asien, neben einem verkürzten Obelisken, liegt ein sandfarbener Steinblock. Darauf: 43 geheimnisvolle Zeichen.

Detail aus der Darstellung des Erdteils Asien

Detail aus der Darstellung des Erdteils Asien

Draco stellt vor versammelter Gesellschaft ein Rätsel. Seine Worte klingen wie eine Prophezeiung: ewiger Ruhm – oder Tod.

Darstellung des Erdteils Afrika

Darstellung des Erdteils Afrika

In der Nacht irrt Lorenzo durch die langen Gänge der Residenz. Statt Antworten findet er Nisha, die „Königin der Schatten“.

Die Lösung führt fort von Würzburg.
Zurück nach Venedig.
Zur Familie Donà.
Auf die Insel San Lazzaro degli Armeni.

Und Sie?

Wenn Sie das Fresko das nächste Mal betrachten – werden Sie nach dem Drachen suchen?

Wenn Sie Lust haben, folgen wir gemeinsam den Spuren Tiepolos von Würzburg nach Venedig.

Der Meister wartet bereits.

Fiona Giusto

www.venicetours.it

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