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Venedig ist erstrangig Vieles gewesen.

Venedig besitzt heute das älteste existierende Priorat des Malteserordens der Welt (der zweitälteste ist in Wien).

Flagge des Ordens

Staatsflagge des Souveränen Malteserordens

Wenn man jedoch an das Mittelalter denkt mit seinen Rittern und Burgen, dann denkt man nicht als Erstes an die sonnengeküßte und von glänzendem Wasser umgebene Serenissima.

Die Lage der Stadt in Europa und an den Küsten des Mittelmeers war günstig: nach dem ersten Kreuzzug stand der Seeweg zum Heiligen Land für das christliche Europa offen. Venedig war daher ein perfekter Ausgangspunkt.

Die Tempelritter (1) erhielten schon 1187 ein sumpfiges und verfaultes Gebiet in Venedig, zwischen der heutigen Bragora und Francesco della Vigna Gebiet im heutigen Stadtviertel Castello.

Als 125 Jahre später der Orden nach dem dramatischen und angespannten Prozeß vom Papst Clemens V (Bulle Vox in Excelso) auf Druck von Philipp IV aufgelöst wurde, gingen in Venedig, wie fast überall, die Tempelgüter (Bulle Ad Providam) an den Besitz der Johanniter über.

1313 fing also die 703jährige alte Präsenz der Johanniter (2) in Venedig an.

JOHANNITER GEBÄUDE KOMPLEX

Was ist heute in Venedig von dem Johannitergebäude übriggeblieben?

Ein 7000 m2 großer Gebäudekomplex.

Hinter einer Reihe von Häusern und Mauern verbirgt sich ein von außen unsichtbarer Komplex, der Ende des 15. Jahrhunderts durch den damaligen Prior der Johanniter, Sebastiano Michiel, das heutige Aussehen erhielt.

Kapitel im Kreuzgang

altes Kapitel im Kreuzgang

Wir könnten den ruhevollen Kreuzgang erreichen, dort den schönen Brunnenkranz und die Sonnenuhr bewundern, dann zum zur Zeit noch kahl aussehenden Garten gehen.

Sonnenuhr, Francesco Bagnara, 1843

Sonnenuhr, Francesco Bagnara, 1843

Brunnenkranz im Kreuzgang

Brunnenkranz im Kreuzgang

Wappen Famile Arimondo auf dem Brunnenkranz

Wappen Famile Arimondo auf dem Brunnenkranz

Der Garten soll innerhalb von wenigen Jahren zu einem symbolischen Garten neu bepflanzt werden; das Projekt ist von der Soprintendenza von Venedig genehmigt worden.

genehmigte Projekt für den symbolischen Garten

genehmigte Projekt für den symbolischen Garten

Der Garten wird in vier Bereiche aufgeteilt; vier backsteinfischgrätige Wege führen zum achteckigen Wasserbecken, Wasser als Symbol der Wiederauferstehung und der Tradition des Meeres des Ordens, mit dem achtspitzigen Kreuz in der Mitte mit weißen und roten Rosen. In jedem Bezirk begrenzen Buchsbaumhecken Oliven- und Zypressenbäume. Nordwestlich herum streckt sich eine Pergola mit Weinreben aus, die zur Beschaulichkeit einladen wird. Weiter rechts davon eine l-förmige Reihenfolge von 8 Gärten mit Weißbuchen. Im südlichen Bereich stellen vier Gärten die historischen Sitze des Ordens dar; Jerusalem (Palmen), Rhodos (Rosen), Malta (Oliven) und Rom (Kiefern).

Garten der Johanniter in Venedig

Garten der Johanniter in Venedig

Garten der Johanniter in Venedig

Garten der Johanniter in Venedig

Wir verweilen kurz in den 2 kleinen Räumen, Lapidarium (lapide Grabstein, Gedenktafel) genannt und erreichen die vor ein paar Jahren restaurierte Kirche San Giovanni. Die Kirche ist Johannes dem Täufer gewidmet, da Johannes der Wegbereiter, der Gesandter, der Christus vorausgeht, und der Schutzpatron des Ordens ist.

Zwischen 1806 und 1808 wurden alle Güter von den Franzosen beschlagnahmt. Ferdinand I, Kaiser von Österreich gab 1841 den Komplex zum Glück den Johannitern zurück.

Im Inneren der Kirche bewundern wir das Grab von dem Erzherzog von Österreich, Friedrich Ferdinand Leopold. Sein Vater Karl von Österreich-Teschen war Bruder vom Kaiser Franz II. Wir erfahren die wichtige Rolle, die Friedrich bei der Wiedergabe des Komplexes gespielt hat, da er sich bei Ferdinand sehr engagiert durchgesetzt hat.

Erzherzog von Österreich, Friedrich Ferdinand Leopold

Erzherzog von Österreich, Friedrich Ferdinand Leopold

 

INHÄLTE DES BESUCHES

Es handelt sich um eine Reise in die Vergangenheit, in welchem es sich um den ältesten noch bestehenden Ritterorden der Welt, den Malteserorden und den Unterschieden zu den Templerrittern handelt. Es handelt sich um einen Besuch, in welchem über die mittelalterlichen Ideale, die mittelalterliche Aufteilung in Stände und die Ehrenkodexe des Malteserordens gesprochen wird.

Die Grundsätze des Gründers des Ordens in Jerusalem Fra‘ Gerhard – Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen – setzen sich heute weiter als soziales Engagement und Fürsorge mit Bestand und Beständigkeit fort.

Auf den Webseiten der Johanniter liest man Mottos wie ‚aus Tradition modern‘ oder ‚aus Gottesliebe wird Nächstenliebe‘. Das mittelalterliche Seelenheil ist umgesetzt worden in ein Seelenheil der heutigen Zeit.

Wir werden auch entdecken, warum wir den Namen Dolomiten dem Orden verdanken…

 

Wappen vom Großprior

Wappen vom Großprior

von Fiona Giusto

genehmigte Stadtführerin in Venedig, Italien

www.venicetours.it

1) Der Templerorden wurde um 1118 gegründet, nach dem ersten Kreuzzug. Den Namen erhielt er als der König von Jerusalem Balduin I, Bruder von Gottfried von Bouillon, dem Orden einen Flügel des Palastes zur Verfügung stellte, der auf den Grundmauern des salomonischen Tempels gebaut wurde. Neben den monastischen Gelübten (Armut, Keuschheit und Gehorsam) schützte der Orden die christlichen Pilger auf ihren Weg nach Jerusalem.

2) Die Johanniter wurden am 9. November 1113 (Bulle Piae Postulatio Voluntatis) als Orden anerkannt. Nach dem Fall von Akon ließen sich die Johanniter auf Zypern nieder, dann Rhodos, dann Malta (seit 1530 also werden die Johanniter auch als Malteser bezeichnet) und nach Jahren von Krisen und Exil zur napoleonischen Zeit ist seit 1834 der Sitz in Rom. Der Orden ist aber älter als das Jahr seiner Gründung, denn schon 1048 hatte eine Gruppe von Kaufleuten aus Amalfi einen Komplex Hospital und Kirche in Jerusalem für Kranke, Pilger, Hilfsbedürftige ohne Unterschied von Glauben eröffnet.

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